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Flugmaschinen als Waffe - 1914-1918



Eine Idee verliert ihre Unschuld

Die militärische Nutzung der Fliegerei ist heute selbstverständlich. Bis es dazu kam, vergingen allerdings noch einige Jahre.

Es genügt nicht, eine bahnbrechende Erfindung zu machen, man muß sie auch vermarkten können. Leider hatte die amerikanische Presse aber die Geburtsstunde der Motorfliegerei schlichtweg ignoriert, und wie es der Zufall wollte, gelang den Brüdern Wright bei einer späteren Pressevorführung nicht mal ein Hopser über 20 Meter.

Erfolgreicher in dieser Hinsicht war der Brasilianer Alberto Santos-Dumont. In Paris hatte er Chemie, Physik, Astronomie und Mechanik studiert und bereits1897 begonnen, Freiballons zu fahren. "La Baladeuse" - eines seiner Luftschiffe - machte ihn in Frankreich zum Volkshelden. Er benutzte es nämlich, ganz exzentrischer Millionärssohn, für Sonntagsausflüge und Besuche im "Maxim". Es verwundert daher nicht, dass sein erster Motorflug mit der Maschine "Nr.14-bis", einer wahrhaft kuriosen Konstruktion mit vorne liegendem Höhenleitwerk, entsprechende Aufmerksamkeit auf sich zog. 1906 gewann er damit den Preis für den ersten Motorflug der Welt, obwohl die Gebrüder Wright diesen bereits drei Jahre zuvor vollführt hatten. Erstaunlich, wie langsam sich Informationen zu dieser Zeit verbreiteten und wie wichtig schon zur damaligen Zeit eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit war.

Santos Dumont Flugzeug Nr.14-bis

Alberto Santos-Dumont sorgte für Aufsehen: Berühmtheit erlangte der Millionärssohn brasilianischer Abstammung in Frankreich mit seiner erfolgreichen Konstruktion “Nr.14-bis”.



Der Erste Weltkrieg

Der erste Weltkrieg - Luftüberlegenheit durch Erfindergeist

Zu Beginn des ersten Weltkriegs war offensichtlich den konservativen Militärstrategen nicht klar, dass der Krieg in der Luft eine entscheidende Bedeutung erlangen sollte. Eine Luftwaffe in diesem Sinn existierte in keiner Armee, die fliegenden Einheiten waren nicht unter zentrale Führung, sondern den einzelnen Armee-Einheiten unterstellt. Obwohl die britische Marine bereits 1911 ihre erste Flugschule eröffnete, entstanden erst 1916 auf britischer und deutscher Seite Luftwaffen als eigenständige Waffengattungen.

Der Erste Weltkrieg war ein Stellungskrieg und erforderte möglichst genaue Feindaufklärung. Genau hier setzte man - parallel zu Fesselballons und Luftschiffen - Flugzeuge ein. Als zweite wichtige Aufgabe kam diesen die Lenkung des Artilleriefeuers zu. Luftkampf bedeutete in dieser Phase, dass zwei feindliche Aufklärer mit Pistolen, Gewehren oder sogar mit Wurfpfeilen und ähnlichem versuchten, sich gegenseitig auszuschalten. Die Flugabwehr vom Boden steckte noch in den Anfängen, nach oben gerichtete Artilleriegeschütze trafen nur, wenn ein begnadeter Kanonier einen brav geradeaus fliegen Gegner mit dem exakten Vorhaltewinkel beschoß. Erfolgreicher waren MG, die nach oben gerichtet aus den Stellungen feuerten. Der Gedanke, dass man Flugzeuge am besten mit Flugzeugen bekämpft, lag nahe.

Aufklärungsfugzeuge - Aufklärer

Also fing die Spezialisierung an. Ein Aufklärer sollte eine möglichst hohe Eigenstabilität aufweisen, um Artilleriebeobachtung und Fotoaufklärung erfüllen zu können. So waren die meisten Flugzeuge auf diese Forderung ausgerichtet. Um die gegnerischen Aufklärungsflugzeuge von der Erfüllung ihrer Aufgabe abzuhalten, tauchten bald so genannte Jäger auf, die schnell, wendig und mit hoher Steigleistung die gegnerischen Flugzeuge attackierten und wiederum die eigenen Aufklärer, die sich in der Regel selbst mit einem durch den Beobachter nach hinten abzufeuernden MG wehrten, beschützten.

Albatros C III, Aufklärungsfugzeug, Aufklärer

Die Albatros CIII – ein bereits fortgeschrittener und sehr erfolgreicher Aufklärer aus dem Jahr 1916

Jagdflugzeuge - Jäger

Schon 1915 tauchten, zunächst auf französischer Seite, Flugzeuge auf, die in Flugrichtung durch den Propellerkreis feuerten, was die Treffsicherheit erheblich erhöhte. Beschlug Roland Garros, Erfinder dieser Technik, die Propellerblätter seines Morane Eindeckers noch mit Ablenkblechen, um die Luftschraube vor Beschädigung durch das eigene Maschinengewehr zu schützen, entwickelte der niederländische Konstrukteur Antony Fokker diese Methode für die Deutschen weiter.